Vorstellung Peter H.Arras

facebookPeter Arras ist Gründer und Geschäftsführer der AKT – Aktion konsequenter Tierschutz gGmbH. Die AKT betreibt die nach eigenen Angaben erste und bis heute noch immer größte und modernste Tierschutzstation für Exoten, Wild- und Kleintiere, eine Fachberatungsstelle für Tierschutz und Tierhaltung sowie das Institut für Mitweltethik. Lesen Sie, was Heidi Rätz, eine Wegbegleiterin und Mitbegründerin der AKT über die Arbeit von Peter Arras schreibt:

Zwei große braune Augen schauen geheimnisvoll unter dem Landteil hervor. Ihre Besitzerin ist Alexa, eine 120 cm lange Kaimandame. Dass sie nun neben ca. 400 anderen Tieren eine Anlage im pfälzischen Biedesheim bewohnt, befremdet heute nicht mehr so sehr wie noch vor 24 Jahren, als Peter H. Arras nicht nur die Erste Tierschutzstation für Exoten und Wildtiere ins Leben riefen, sondern auch begann, politisch dafür einzutreten, dass Alexa und Co. nicht zu so genannten Heimtieren degradiert werden.

Seit Kindesbeinen ist der Schutz von Tieren und Natur sein Hauptanliegen – stets nahm er alle möglichen Tiere auf, war Fan von Prof. Grzimek, dessen Zoologischer Gesellschaft er mit 10 Jahren beitrat. Damals war Tier- und Naturschutz noch ein Fremdwort. Mit 17 Jahren hielt er seine erste Rede in Stuttgart – »Zur Lage der Tiere« und begann, tierfachliche Tierschutzarbeit an schwierigen Tierarten und neuen Tierschutzthemen mit politischen und geisteswissenschaftlichen Bemühungen zu verbinden – bis heute. Die von ihm 1994 als gemeinnützige GmbH gegründete AKT- Aktion Konsequenter Tierschutz schuf noch zwei weitere Einrichtungen: Die Erste Fachberatungsstelle für Tierschutz und Tierhaltung sowie das INSTITUT FÜR MITWELTETHIK.

»Mitweltethik«– seine Wortschöpfung, stellt eine egalitär- biozentrische Bioethik dar, die sich beträchtlich von der in Tierschutzkreisen etablierten pathozentrischen Variante unterscheidet. Denn sie orientiert sich nicht danach, inwieweit Leidenfähigkeit bei Lebewesen nachgewiesen wurde, sondern kämpft für die Anerkennung der Vitalinteressen aller Lebewesen und Ökosysteme, woraus sich für den Menschen eine neue Sicht auf sich selbst und Tiere und Natur sowie Verpflichtungen ableiten.

Damit steht Arras ganz im Geiste Albert Schweitzers Ethik der »Ehrfurcht vor dem Leben«.

Die AKT kämpft konsequent gegen Anthropozentrismus und Speziesismus und beklagt seit jeher, dass auch innerhalb der Tierschützer unterschiedliche Wertmaßstäbe angelegt werden. So würden warmblütige Wirbeltiere zu Unrecht mehr geschützt als wechselwarme und Wirbeltiere mehr als Wirbellose, weil der Mensch aus emotionalen Gründen stets dazu neige, sich selbst zum Maßstab zu erheben, mit dem er alle anderen Lebensformen bemesse.

Früher waren unterrepräsentierte Tierschutzthemen wie Wildtiere in Menschenhand (Zoo, Zirkus, Heimtierhaltung – u. a. setzte sie 1994 die Schließung des Delfinariums im Hollidaypark Hassloch durch), Wechselwarme (Reptilien und Fische/Kiemenatmer) und Wirbellose (z. B. Hummer und Krebstiere) die Hauptbetätigungsfelder der AKT. U. a. veranstaltete sie die »Erste Demo für Fische in Europa« 1995. Heute befasst sich Peter H. Arras im Zuge seiner autodidaktischen Studien mit ganzheitlicheren und ursächlicheren Themen wie Humanpsychologie, Systemkritik, Philosophie und Globalökologie. Tierfachlich habe er genug geleistet, wie der vor allem diesbezüglich als kompetent bekannte Tierschützer anmerkt. »Die Tiere machen ja nichts verkehrt – wir müssen uns deshalb mit dem Aggressor – dem Menschen – auseinandersetzen«. So gab die AKT 1997 die Losung aus »Wir befassen uns mit der Frage, wie aus dem Täter Mensch ein menschlich Tätiger werden kann«, was sein 10jähriges autodidaktisches Studium der Disziplinen Anthropologie, Entwicklungspsychologie, Neurobiologie, Psychopathologie und Soziologie nach sich zog, mit der Folge, dass er die These der »Nuklearpsychologie« erdachte. Demnach sollen soziokulturell und psychosozial erworbene Defekte des Charakters aus dem angeborenen Anteil der Psyche (archaischer Nukleus) generiert werden können.

Der stets analysierende und im Interesse der Sache streitbare »Mr. AKT« versteht es, seine Ideen und Thesen eloquent und engagiert zu artikulieren, wovon ca. 150 profunde Ausarbeitungen zu unterschiedlichsten Themen, unzählige Stellungnahmen, Reden und Vorträge, Monographien und öffentliche Auftritte in den Medien (u. a. 480 Minuten TV-Präsenz), eine eigene Radiosendung über zwei Jahre etc., zeugen. So lautet das Motto der AKT »Dem Leben unsere Stimme leihen!«.

2010 trat der Allrounder mit einer revolutionären Idee an den EU- Agrarkommissar und die Öffentlichkeit heran, worin ihn die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt tatkräftig unterstützt: Die Bioreaktoren und –fermenter-Innovation. So sollen die Nährstoffe für die anwachsende Menschheit zukünftig überwiegend von Mikroorganismen erzeugt werden, und nicht mehr von Tieren oder nur von Pflanzen, was diese und die planetarische Biosphäre nachhaltig schone und regeneriere. Arras möchte hierzu eine Stiftung gründen, die ACE-All Compricing Ethics- Foundation, die auch die Erforschung von CPF–CelluloseProteinFermentation übernehmen soll, wofür er dringend Sponsoren benötigt.

Die Welt die IN und MIT dem Menschen ist zu heilen- darin sieht Arras seine Aufgabe. Der Mitweltethiker entwickelt bemerkenswerte Einsichten und unterstützenswerte Projekte, die unsere vollste Aufmerksamkeit verdienen, gilt es doch, zukunftsorientierte Lösungen zur Rettung des Lebens zu finden.

- Heidi Rätz

 

Veröffentlicht am 25. Apr 2012 auf der Seite der Albert-Schweitzer-Stiftung

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